Dienstag, 16. Dezember 2008

Geht Microsoft den Weg der US-Autobauer?

IT-Experte Steven J. Vaughan-Nichols vergleicht auf ComputerWorld.com die Entwicklung des Software-Giganten Microsoft mit dem Abstieg des Autokonzerns General Motors.

Ebenso wie Anfang der 90er Jahre die japanische Konkurrenz den amerikanischen Autobauern erste Marktanteile abjagen konnte, setzen jetzt Apple und Linux Windows zu, meint Vaughan-Nichols - auch wenn die Verluste auf den ersten Blick nicht bedrohlich erscheinen.

Vaughan-Nichols zitiert eine E-mail von Microsoft-Vizepräsident Mike Nash, der sein Vista-Notebook als "2.100 Dollar Email Maschine" bezeichnete. Angesichts zukünftiger Trends wie "Cloud Computing" stellen jedoch die verlorenen Marktanteile des Webbrowsers Internet Explorer die größte Bedrohung dar.


Hat Microsoft verloren?
"Ich denke ja", so die Diagnose von Vaughan-Nichols. Während andere von der "Cloud" reden, hat Microsoft mit Vista einen Ressourcen-fressenden Dinosaurier von einem Betriebssystem auf den Markt gebracht.

"Man muss sich einfach nur das Vista-Schlamassel anschauen. Nach jahrelanger Planung kam ein Betriebssystem auf den Markt, das ich und viele andere auch als ein schreckliches Betriebssystem beschreiben würden. Wie Microsofts Transkripte aus dem Prozess rund um das Vista Capable-Logo zeigen, funktioniert aktuelle Hardware unter Vista nicht.", so Vaughan-Nichols. Weiters mokiert sich der IT-Experte über die Verwunderung der Microsoft-Führungskräfte, wie schlecht Vista tatsächlich sei.

Anfang des Jahres prognostizierten die Analysten von Gartner das Ende der Windows-Dominanz, wenn Microsoft nicht bald einen radikalen Schnitt mache – ein solcher sei Windows 7 jedoch nicht, ist Vaughan-Nichols überzeugt. “Unter der Oberfläche und hinter dem Hype ist es nur ein aufgewärmtes Vista. Das wird nicht reichen. Microsoft ist zur Nachricht von gestern geworden. Die einzige wirkliche Frage ist, wie lange wird der Fall dauern und wie wird es sich auswirken?”

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